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Menschenbild und pädagogische Prinzipien


Unsere pädagogischen Prinzipien basieren auf den geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen, die Rudolf Steiner der Waldorfpädagogik zugrunde gelegt hat. Diese betrachtet den Menschen als geistig–seelisch–leibliches Wesen, das nach seiner „physischen Geburt“ in seiner Entwicklung von Jahrsiebt zu Jahrsiebt durch Lebensphasen geht, in denen sich verschiedene Bereiche seiner Persönlichkeit ausprägen und der Mensch so zur Mündigkeit (Ichgeburt) geführt wird. In den aufeinander folgenden Entwicklungsphasen werden unterschiedliche pädagogische Prinzipien bei dem Kind wirksam, je nachdem, welches Wesensglied sich in dieser Zeit beim Kind in seiner individuellen Weise ausprägen soll.

Bis zum Zahnwechsel im 7. Lebensjahr muss das Kind seine physischen Organe ausformen, die bei der Geburt zwar vorhanden, aber nicht in ihrer vollen Funktionsfähigkeit entwickelt sind. In den späteren Phasen findet nur noch Wachstum statt auf der Grundlage all jener Strukturen und Formen, die sich im ersten Jahrsiebt ausgebildet haben.

Diese Entwicklung vollzieht sich an den Bezugspersonen in der Familie und im Kindergarten, in einer „sozialen Mutterhülle“. In dieser Zeit wirken besonders die Anregung der Phantasie und der Kreativität  sowie die seelische Anteilnahme durch das Wort des Erwachsenen bildend auf die Formen des Gehirns und auf die innere Regsamkeit der Organe. Dagegen macht gedächtnismäßige intellektuelle Beanspruchung die Kinder müde und blass und zieht ihnen all jene Lebenskräfte ab, die jetzt noch ganz der leiblichen Gesundheit und der Entfaltung des Willens dienen sollen. Der Entwicklungsepoche des physischen Leibes wird das Prinzip von Vorbild und Nachahmung zugeordnet.

 

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